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| Vater-Töchter Mutter-Söhne: Wege zur eigenen Identität aus Vater- und Mutterkomplexen
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Eigene Identität oder Rolle?
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Vater-Töchter Mutter-Söhne: Wege zur eigenen Identität aus Vater- und Mutterkomplexen (Taschenbuch) In "Vater- Töchter, Mutter- Söhne" zeigt Verena Kast auf, wie unsere Tochter- oder Sohn- Rolle unser Leben nachhaltig beeinflusst, wenn der Kompromiss zwischen dem, was wir selbst wollen und den Ansprüchen unserer Umwelt an uns, kurz: die pubertäre Ablösung misslingt.
Der so genannte Ich- Komplex wird zu wenig ausgeprägt, das Individuum bleibt "unterentwickelt" und damit abhängig von seiner Vergangenheit.
Zunächst entstehen Komplexe aus der Interaktion des Säuglings/Kindes mit seinem Bezugspersonen. Diese Komplexe kann man sich vorstellen als ein individuelles emotionales Grundmuster, das einem jeden von uns in späteren bedeutsamen bzw. schwierigen sozialen Interaktionen wieder begegnet.
Jedes ähnliche Ereignis im späteren Leben erinnert uns auf der emotionalen Ebene an den entsprechenden ursprünglichen Komplex und verstärkt ihn. So entsteht dann durch die Erfahrung, dass sich Situationen wiederholen, in uns eine unbewusste Erwartungshaltung gegenüber den Menschen und dem Leben, wie z. B. "Es hat keinen Sinn, sich einzusetzen." oder aber "Die Welt ist ein guter und sicherer Ort."
Kast unterscheidet zwischen den "ursprünglich positiven" und den "ursprünglich negativen" Vater- bzw. Mutterkomplexen bei Mann und Frau, zeigt mit Hilfe von gut nachvollziehbaren und verständlichen Fallbeispielen auf, wodurch sie entstehen und wie sie sich auf das Leben der Söhne/Töchter auswirken können.
Die separaten Beschreibungen der Komplexe versteht Frau Kast als Bausteine für unsere jeweils individuelle "Komplexlandschaft". Wir sind als Leser am Ende selbst gefordert, uns zu fragen, wo unser ursprünglich positiver/negativer jeweiliger Komplex wirkt.
So gut wie niemand ist derart einseitig von einem Komplex geprägt bei völligem Wegfall des jeweils anderen Teils des Elternkomplexes wie im Buch dargestellt. Die klaren Grenzen zwischen den Komplexen vereinfachten mir als Leserin aber das wahrhaft komplexe Thema "Komplexe", wofür ich der Autorin dankbar bin.
Übrigens existieren diese Komplexe in jedem Menschen- auch bei fehlenden Eltern(-teilen), da sie uns dann durch "soziale" Mütter/Väter vermittelt werden.
Als alleinerziehende Mutter achte ich nach dem Lesen dieses Buches nicht nur besser auf meine eigene Interaktion mit meinen Kindern, sondern auch ein wenig mehr und besser darauf, welche männlichen Bezugspersonen meine Kinder emotional beeinflussen, da ich selbst diesen Part beim besten Willen nicht übernehmen kann.
Dieses Buch erhält von mir die volle Punktzahl, da es zum besseren Selbst- Verständnis, aber auch Fremd- Verständnis anregt. Seit dem spontanen Kauf in einer Buchhandlung (Februar 2010) und dem anschließenden ersten Verschlingen habe ich bereits mehrfach darin gelesen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 5. Juni 2010 | | |
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